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Polizei warnt vor sozialen Unruhen in DeutschlandPolizei warnt vor sozialen Unruhen in Deutschland

Angesichts der Krawalle in England sieht die Polizei auch eine Gefahr für Ausschreitungen in Deutschland. Gewerkschaftschef Rainer Wendt warnt vor "krimineller Energie".

Nach den heftigen Ausschreitungen in London warnt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, vor ähnlichen Problemen hierzulande. "Die Ausschreitungen sind das Ergebnis von krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten", sagte Wendt der "Bild"-Zeitung. Diese hoch explosive Mischung sei auch in Deutschland vorhanden.

Wendt sagte, insbesondere in Großstädten wie Hamburg und Berlin könnten aus nichtigen Anlässen rasch Brennpunkte entstehen, die nur schwer in den Griff zu bekommen seien.

Als Beispiel verwies er auf die Krawalle rund um den 1. Mai. Er forderte mehr Personal und bessere Technik, damit die Polizei soziale Netzwerke und andere Kommunikationsmittel von Randalierern besser überwachen könne.

Berlin auf Ausschreitungen gut vorbereitet

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sieht Berlin für den Fall von Ausschreitungen ähnlich wie in London gut gerüstet. "Wir hoffen, dass wir nicht in solch eine Situation kommen", sagte Körting der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Sollten jedoch in Berlin ähnliche Krawalle wie in englischen Städten auftreten, könnten wir in kürzester Zeit durch Unterstützung der Bereitschaftspolizeien der anderen Bundesländer und des Bundes eine hohe Polizeidichte erlangen".

Körting sagte, die Bundesrepublik habe eine hohe Polizeidichte. Außerdem unterstützten sich die Bereitschaftspolizeien der Länder und des Bundes gegenseitig. Deshalb stehe bei Vorfällen wie in Großbritannien in kurzer Zeit Unterstützung von anderen Bundesländern und der Bundespolizei bereit.

Friedrich hält Krawalle in Deutschland für unwahrscheinlich
Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht derzeit keine Anzeichen für Jugendkrawalle in deutschen Großstädten ähnlich wie in Großbritannien. Die soziale Integration in Deutschland sei in den vergangenen Jahren sehr gut vorangekommen, sagte Friedrich der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Solche gesellschaftlichen Spannungen wie aktuell in England oder in anderen europäischen Ländern haben wir glücklicherweise derzeit nicht.“

Über hundert Festnahmen in Manchester

Friedrich sagte, Deutschland habe den Konsens erreicht, dass Gewalt gegen unbeteiligte Personen kein Mittel sei, mit dem man seine politischen oder sonstigen Ansichten durchsetze. „Diesen Konsens aufrechtzuerhalten und auf die Jugendlichen zu übertragen, bleibt die Erziehungsaufgabe unserer Gesellschaft, von allen Lehrern, Eltern und Vereinen."

Auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hält Ausschreitungen wie in Großbritannien in der Bundesrepublik für eher unwahrscheinlich. „Wir haben eine bessere Absicherung für sozial Schwache und nicht so verarmte Stadtviertel wie Großbritannien“, sagte Wiefelspütz der "Bild“-Zeitung. Dennoch dürfe man die Gefahr sozialer Unruhen in Deutschland nicht unterschätzen.


Quelle: welt.de
BildQuelle: dpa/DPA


10.08.2011 - 16:25 - rave-on-nature-one