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Ein Jahr Ein Jahr "Waldhof"-Unglück: "Brauchen wir nicht wieder"


St. Goar - Für die Rettungskräfte gibt es kaum Vergleichbares: Am 13. Januar 2011 kentert der Frachter "Waldhof" im Rhein nahe der Loreley. 33 Tage dauert die Bergung. Auch ein Jahr danach fehlt von einem Matrosen jede Spur.


Währenddessen tauchen immer mehr Fragen auf: Droht die "Waldhof" zu zerbrechen? Kann Schwefelsäure austreten? Hat sich in den Tanks explosiver Wasserstoff gebildet? Letztlich läuft alles glatt. Die "Waldhof" wird mit Stahlseilen gesichert, ihre Tanks leergepumpt und ein Teil der Säure schließlich sogar in den Fluss abgelassen - Experten sprechen von "minimaler Beeinträchtigung" für den Rhein...



Es geschah frühmorgens auf Höhe der sagenumwobenen Loreley. Wo sich der Rhein durch einen 130 Meter breiten, aber mit mehr als 20 Metern sehr tiefen Engpass zwängt, kentert am 13. Januar 2011 der Frachter "Waldhof", beladen mit rund 2400 Tonnen Schwefelsäure. Zwei Besatzungsmitglieder können sich retten, ein 63-Jähriger wird einen Monat später tot geborgen. Von dem vierten Matrosen fehlt bis heute jede Spur.

Die Havarie hält Hunderte Einsatzkräfte wochenlang in Atem, auf dem gesperrten Rhein stauen sich die Schiffe zeitweise von Köln bis Mainz. Auch ein Jahr danach ist noch kein abschließendes Urteil gefällt, die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.

"Das war etwas ganz Besonderes und hat alles in den Schatten gestellt", erinnert sich der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen, Florian Krekel. "Das brauchen wir so schnell nicht wieder." Der Wasserstand sei damals sehr hoch gewesen, der Schiffsverkehr sehr dicht. Erst kurz zuvor war der Rhein nach einem Hochwasser wieder freigegeben worden.

Was folgte, war ein langer und riskanter Einsatz am 110 Meter langen Havaristen. In den sieben Tanks hatte eingedrungenes Wasser die Schwefelsäure verdünnt. Das Problem: Verdünnte Schwefelsäure greift den Edelstahl der Tanks an, dabei entsteht Wasserstoff. "Es war eine explosionsfähige Atmosphäre in den Tanks", sagt Krekel. Die Experten leiteten Stickstoff ein, um den Wasserstoff zu verdrängen. Bis die "Waldhof" schließlich geborgen war, vergingen 33 Tage.

Was bleibt, sind Fragen nach den Ursachen und Konsequenzen. Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz veröffentlichte vor wenigen Tagen einen 89-seitigen Zwischenbericht. Darin heißt es, der Frachter sei falsch beladen worden. Dass die sieben Tanks jeweils nur zum Teil gefüllt gewesen seien, habe die Stabilität verringert. Die Säure konnte hin- und herschwappen und sich aufschaukeln.

Quelle:rhein-zeitung.de
Link:http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Ein-Jahr-Waldhof-Unglueck-Brauchen-wir-nicht-wieder-_arid,364263.html

12.01.2012 - 12:34 - jogo