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Duisburger wählen Oberbürgermeister Adolf Sauerland ab...Duisburger wählen Oberbürgermeister Adolf Sauerland ab...


Quittung für die "Loveparade": Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist abgewählt worden. Die Stadt teilte mit, dass die Bürger mit großer Mehrheit für die Abwahl stimmten. Sauerland reagierte sehr betroffen....



Bild: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland steht nach einer Ketchup-Attacke auf einem Marktplatz in Duisburg-Rheinhausen....


Mehr als 129 000 Bürger stimmten für die Abwahl des CDU-Politikers Sauerland, wie Wahlleiter Peter Greulich am Abend mitteilte. Das waren deutlich mehr als die für eine Abwahl notwendigen rund 92 000 Stimmen. Für einen Verbleib Sauerlands im Amt sprachen sich nur rund 21 500 Wähler aus. Jetzt muss innerhalb von sechs Monaten ein Nachfolger gewählt werden. "Unsere Aufgabe wird es morgen sein, mit allen Parteien zu sprechen und Sondierungsgespräche zu führen, um einen Oberbürgermeisterkandidaten zu finden", zitiert "Rheinische Post Online" den NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Eine Bürgerinitiative hatte die Abwahl beantragt, weil sie dem Oberbürgermeister Fehler bei der Genehmigung der Großveranstaltung "Loveparade" im Sommer 2010 und Versagen im Umgang mit den Angehörigen der 21 Todesopfer vorwirft. Sauerland hat jede Schuld an der Massenpanik stets von sich gewiesen. Die Kritiker warfen Sauerland außerdem "völliges Versagen" beim Umgang mit Opfern und Angehörigen vor.

Sauerland: "Gott schütze die Stadt Duisburg"

Sauerland reagierte sehr betroffen auf seine Abwahl. Eine halbe Stunde nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses trat der CDU-Politiker im Rathaus sichtlich bewegt vor die Presse. "Zu meiner Amtszeit gehören viele positive Ereignisse, aber eben auch die Loveparade", sagte der CDU-Politiker mit belegter Stimme. "Ich war gern Oberbürgermeister mit Herzblut und Leidenschaft."

Als einige Sauerland-Kritiker daraufhin johlten, sagte er: "Ich bitte um etwas mehr Charakter." Der Politiker fuhr fort: "Ich hoffe, dass die politischen Parteien jetzt die Kraft haben, aufeinander zuzugehen." Die letzten Worte bei seinem wohl letzten öffentlichen Auftritt als Oberbürgermeister: "Gott schütze die Stadt Duisburg."

Oberbürgermeister rechnete angeblich nicht mit Abwahl

Sauerland hatte sich noch vor der Abstimmung optimistisch gezeigt: Er gehe davon aus, dass er auch nach Abschluss des Verfahrens Stadtoberhaupt sein werde, sagte er der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Auch in einem Interview mit FOCUS lehnte er jede politische Verantwortung ab. Der Oberbürgermeister hatte den Verletzten und Angehörigen der Opfer lange eine Entschuldigung verweigert. Bei den Trauerfeiern nach der Katastrophe war er danach von den Angehörigen nicht erwünscht und nahm mit Rücksicht auf deren Gefühle nicht teil. Die reguläre Amtszeit des Oberbürgermeisters hätte bis Spätsommer 2015 gedauert.

Entscheidende Bedeutung für den Ausgang der Abstimmung kam der Wahlbeteiligung zu. Die Gegner des Oberbürgermeisters mussten nicht nur die Mehrheit bei der Abstimmung erreichen. Sie benötigten zugleich die Stimmen von mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten, also 91 250 Stimmen. Bei der letzten Kommunalwahl lag die Wahlbeteiligung insgesamt allerdings nur bei rund 45 Prozent. Wahlberechtigt sind in Duisburg rund 365 000 Menschen. Neben der SPD unterstützten auch Grüne und Linke den Abwahl-Antrag.

Bis Mittwoch bleibt der OB offiziell im Amt

Nach dem erfolgreichen Abwahlverfahren bleibt Sauerland (CDU) offiziell noch bis zum kommenden Mittwoch im Amt. Dann tritt der Wahlausschuss zusammen, um das amtliche Endergebnis der Wahl festzustellen. Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass der Oberbürgermeister mit Ablauf dieses Tages aus seinem Amt ausscheidet.

Die Stadt bekommt dann vorübergehend eine Doppelspitze. Die repräsentativen Aufgaben des Oberbürgermeisters übernimmt der 1. Bürgermeister Benno Lensdorf (CDU), Verwaltungschef wird Stadtdirektor Peter Greulich (Grüne). Ein Nachfolger für Sauerland muss innerhalb von sechs Monaten gewählt werden. Der Sieger ist für eine komplette Amtszeit von sechs Jahren gewählt.


Quelle: focus.de
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13.02.2012 - 08:44 - jogo